Unsterbliche Könige: Sissi - König Max I. Joseph

Unvergessen – die Bayerischen Monarchen

Als Herzogtum wurde Bayern über mehr als sechshundert Jahren von ein- und derselben Herrscherfamilie regiert. Die Wittelsbacher mit ihren verschiedenen Linien haben überall im Land Schlösser und kulturelle Spuren hinterlassen. Zum wahren Mythos wurde aber erst eine der letzten Generationen der Bayerischen Regenten.

Sissi - eine Münchnerin am Wiener Hof

Lebensdaten 24.dezember1837 - 10.September 1898

SissiAuch wenn die meisten den Kult um die wohl fortschrittlichste Regentin ihrer Zeit in Österreich ansiedeln, geboren wurde die Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, genannt Sissi, in München. Sie war die Enkelin von Max I. und soll bereits als sehr junges Mädchen eine besondere Schönheit gewesen sein. Als der junge Kaiser von Österreich, Franz Joseph, ebenfalls ein Nachfahre von Max I., die siebzehnjährige zum ersten Mal sah, änderte er seine ursprünglichen Heiratspläne. Anstatt um Sissis jüngere Schwester Sophie zu werben, bat er nun um Elisabeths Hand.

Das Leben von Elisabeth, die im eigenen Elternhaus eher frei und unbeschwert aufgewachsen war, wurde in Wien von zahlreichen Schwierigkeiten verdüstert. Die junge Mutter durfte die eigenen Kinder kaum sehen und musste sich von einer machthungrigen Schwiegermutter bevormunden lassen. Mit ihren mutigen Versuchen sich gegen dieses Schicksal zu wehren, wurde sie international berühmt. Um sich dem Einfluss der Schwiegermutter zu entziehen, begann sie weitläufige Reisen zu unternehmen, wobei sie hier auch zunehmend als Regentin politisch tätig wurde. So hatte sie einen großen Anteil an der Einbindung Ungarns in das Kaiserreich Österreich-Ungarn. Sie selbst verehrte Ungarn und seine Menschen, lernte selbst ungarisch zu sprechen und versammelte entgegen des allgemeinen Wiener Geschmacks bevorzugt ungarische Hofdamen um sich. Dass ihr das Wiener Hofgehabe widerstrebte, brachte ihr wiederum die Sympathie des österreichischen Volkes ein. Ihr Mann, Kaiser Franz Joseph, stand zeitlebens hinter ihr und unterhielt während ihrer langen Reisen einen lebendigen Briefwechsel mit ihr.

Mit ihrer Eigenständigkeit, die sie sich selbst zunächst mühsam erarbeiten musste, war sie ihrer Zeit weit voraus. Berühmt wurde sie auch für ihr Schönheitsbild, das für damalige Zeiten ebenso ungewöhnlich war. Mit Diäten und Ausdauermärschen blieb die Kaiserin ihr Leben lang gertenschlank und entsprach damit bereits einem Frauenideal, das erst viele Jahrzehnte später in Mode kommen sollte.

Als erste „Fitness-Königin“ hat Sissi natürlich auch die Bayerischen Thermen besucht. Um großem Aufsehen zu entgehen, reiste sie mehrmals inkognito nach Bad Kissingen, wo sie ihre angeschlagene Gesundheit mit Thermalwasser kurierte.

Sissis ungewöhnliche Liebe zu Kaiser Franz Joseph, die Konflikte der modernen Schönheit mit dem österreichischen Adel und ihr tragischer Tod bei einem Attentat, wurden als Stoff für Romane, Theaterstücke und Filme verwendet. Einer der größten Erfolge dürfte Sissi Schicksalsjahre einer Kaiserin von 1957 mit Romy Schneider in der Hauptrolle gewesen sein. Der Musicalboom in den letzten Jahren ist bekanntlich auch nicht an Sissis aufregender Biografie vorbei gegangen. Unter dem Sissi-Zitat „Ich gehör nur mir“ wird im Musical Elisabeth“ laut Werbung die „wahre Geschichte“ der Wiener Kaiserin aus München erzählt. Das Bühnenstück gehört zu den erfolgreichsten Musicals unserer Zeit.

Wer noch nicht Sissi - Fan ist, kann es in Bayern ganz leicht werden. Denn hier gibt es eine außergewöhnliche Ferienstraße; die Sissistraße; welche die Lebensstationen der Kaiserin nachzeichnet und den Urlauber damit auch in die außergewöhnlich schöne Zeit des 19. Jahrhunderts zurück versetzt. Als Kunst- und Naturliebhaberin fühlte sich Sissi immer zu den schönsten Orten in Bayern hingezogen, allen voran zum Zuhause ihrer Eltern in Berchtesgaden. In Bayern führt die Sissi-Straße von Augsburg bis nach Schloss Neuschwanstein. Von hier kann sie nach Österreich und Ungarn, nach Italien oder in die Schweiz weiter verfolgt werden.

Im Schloss Possenhofen am Starnberger See kann das einzige „Sissi - Museum“ von Deutschland besucht werden. Das Kaiserin Elisabeth Museum Possenhofen.

König Max I. Joseph - der Liebling des Volkes

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Bayern ein Herzogtum und seine Regenten gingen immer wieder verschiedene Bündnisse ein, zum Teil ohne sich großartig um die Wünsche ihrer Landeskinder zu scheren. So wollte der Vorgänger von Herzog Max IV. Joseph, der Kurfürst Karl Theodor Bayern gar gegen die spanischen Niederlande eintauschen und den Habsburgern überlassen. Als Max nach Karl Theodors Tod in München einzog, wurde er vom Volk bereits voller Erleichterung und Hoffnung begrüßt. Ein Image auf dem er aufbaute, indem er von Beginn an um eine volksnahe Politik bestrebt war. Er sympathisierte mit den Ideen der französischen Revolution und ging ein Bündnis mit Napoleon ein, und erreichte im Zuge dessen etwas, das sich die Bayern schon lange gewünscht hatten. 1818 wurde das Bayerische Königreich ausgerufen, mit einem eigenen Parlament gab sich das neue eigenständige Bayern die politische Form eines Staates. Etwas worauf auch heute noch gerne hingewiesen wird. Mit Max I. als monarchischem Oberhaupt war Bayern der erste parlamentarische Staat Europas.

Max I. sah sich als König im Dienste seines Volkes und zeigte sich als einer der fortschrittlichsten Monarchen seiner Zeit, was ihm auch im Ausland hohe Beliebtheit eintrug.

Bei seinen politischen und wissenschaftlichen Plänen wurde der eher bodenständige Max I. von seinem Berater Graf Montgelas unterstützt. Max I. erlaubte erstmals Protestanten in München zu leben, er förderte Wissenschaft und Bildung, holte die fortschrittlichsten Wissenschaftler der Zeit an die Münchner Universität und schuf spezielle Bildungsprogramme für die Kinder aus ärmeren Bevölkerungsschichten. Zu den wichtigsten Bauprojekten, die unter seiner Regierung entstanden, gehören das Nationaltheater, die Maxvorstadt und der Karolinenplatz.

Verehrt wird Max I. von den Bayern wohl auch für seine politischen Schachzüge, in denen das Wohlergehen Bayerns oberste Priorität hatte. So wandte er sich nach dem verlustreichen Russlandfeldzug gegen Napoleon und bewirkte, dass Bayern quasi im letzten Moment als Sieger aus den napoleonischen Kriegen hervorging. Ein Ergebnis aus dieser Epoche ist die Zugehörigkeit von Franken und Schwaben zu Bayern.

Die Volksnähe von Max I. ist bis heute ein Vorbild für alle bayerischen Regenten geblieben. Wie kein anderer hatte Max I. Traditionen und Bräuche des bayerischen Volkes geliebt und gefördert. So wurde das Trachtentragen unter Max I. wieder populär. Der Monarch selber suchte in seiner letzten Lebensphase immer wieder die direkte Nähe zum Volk und liebte es, durch die Alpen zu wandern und sich mit der einfachen Bergbevölkerung zusammenzusetzen.

Auf dem „Maximiliansweg“, einem gut ausgebauten Wanderweg, kann man heute seine Wanderungen nachvollziehen. In ganz Bayern erinnern zahlreiche Straßen und Plätze an den beliebten „Volkskönig“. Die anderen beiden „Kultfiguren“ des bayerischen Königshauses zählen zu Maximilians mittelbaren Nachfahren.

König Ludwig II. - der Märchenkönig

Lebensdaten: 25. August 1845 - 13. Juni 1886

NeuschwansteinLudwig II. ist mit Sicherheit eine der schillerndsten Figuren, die es jemals in europäischen Königshäusern gegeben hat. Der Urenkel von Max I. zeigte schon früh seine schöngeistigen Neigungen. Er bestieg mit nur 19 Jahren den Thron und verfolgte als König vor allem ehrgeizige Baupläne und die Förderung der Künste. Nach einer persönlichen Begegnung wurde er zum Bewunderer und Förderer von Richard Wagner, dessen Bayreuther Festspielhaus er finanzierte. Ludwig II. hatte auch ein recht intensives Verhältnis zu seiner Cousine Sissi, mit deren Schwester er kurzzeitig verlobt war.

Ludwigs aufsehenerregendste Hinterlassenschaften sind seine Bauwerke, die wohl als aufwändigste und phantasievollste Bauten der Romantik gelten dürften, allen voran das weltberühmte Schloss Neuschwanstein mit seinem Nachbarschloss Hohenschwangau. Als musischer Einzelgänger und Romantiker war Ludwig II. zwar ein begnadeter Bauherr, politisch und wirtschaftlich hat er seinem Bayerischen Volk allerdings wenig Gutes getan. Unter seiner Regierung leerten sich die Staatskassen allmählich und auch die hart erkämpfte Souveränität des Bayerischen Staates ging durch die Unterschrift Ludwig II. verloren, mit der er im sogenannten „Kaiserbrief“ dem Beitritt zum Deutschen Reich zustimmte.

Nachdem Ludwig II. sich so gut wie gar nicht mehr um die Staatsgeschäfte kümmerte, wurde er am 8. Juni 1886 entmündigt. Drei Tage später ertrank er im Starnberger See. Bis heute ist sein Tod umstritten und es gibt wohl ebenso viele Bayern, die an einen Mord wie andere, die an einen Unfall oder Selbstmord glauben.

Die Spekulationen um eine Geisteskrankheit werden zudem durch Ludwigs Bruder Otto erhärtet, der Zeit seines Lebens an einer solchen litt und nach Ludwigs Tod zwar erbrechtlicher König war, sein Amt wurde jedoch von seinem Onkel Luitpold in der Funktion eines Prinzregenten ausgeführt.

Trotz seiner politischen Schwächen wird der Bauherr der schönsten Schlösser Bayerns bis heute von vielen als „Märchenkönig“ verehrt oder auch als der „Kini“, dem letzten rechtmäßigen König, der für die Bayern als Repräsentant der „guten alten Zeit“ steht. Bis heute gibt es zahlreiche Ludwig II.-Vereine, die das Andenken an den letzten großen Bayerischen König in Ehren halten. Immer wieder werden auch öffentliche Diskussionen über die zwei wichtigsten Fragen entfacht, war Ludwig geisteskrank oder nicht? Und Wurde er ermordet oder nicht?

Sein widersprüchliches Leben hat schon die Phantasien vieler Künstler und Autoren geweckt. In Füssen wurde ihm zu Ehren ein neues Festspielhaus eröffnet, in dem zuletzt das Musical „Ludwig“ aufgeführt wurde. Vor der malerischen Originalkulisse der Allgäuer Alpen und des Schlosses Neuschwanstein steht die Bühne für einen Polit-Krimi voller Poesie und Leidenschaft. Das internationale Regie- und Komponistenteam mit Konstantin Wecker und Christoph Franke hat sich die Aufgabe gestellt die vielen unterschiedlichen Facetten des Märchenkönigs in dem neuen Stück darzustellen. Außerdem gibt das Musical Antworten auf die Fragen rund um den Tod des Königs.

Neben den berühmten Schlössern in Füssen hat Ludwig II. in Bayern zahlreiche weitere Bauten errichten lassen. Auf der folgenden Seite erfahren Sie noch mehr über Ludwigs Bauprojekte, sein Wirken als Regent, seine Lebensstationen und über all die Legenden und Thesen, die sich um seine Gestalt ranken.
http://www.koenig-ludwig.org

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