Faszination Höhlen: Tropfsteinhöhlen

Eintauchen in eine Welt ohne Licht

Sie gehören zu den faszinierendsten Phänomenen der Natur, regen seit Jahrtausenden die menschliche Phantasie zu Märchen und Sagen an und ihr Reiz wirkt noch immer auf jeden Besucher der modernen Zeit: Höhlen. In Bayern kann man die steinerne Welt unter der Erdoberfläche an vielen Orten entdecken.

Fränkische Alb

Fränkische Alb In kaum einer Region gibt es so viele Höhlen wie in der Fränkischen Alb. Auch als Fränkisches Jura bezeichnet haben hier die geologischen Überformungen von Karstgestein zur Bildung von Tropfsteinhöhlen geführt. Allein in der Fränkischen Schweiz, dem Kernstück der Alb, sollen sich über tausend Höhlen befinden. Eine typische Höhle in der fränkischen Alb ist die Sophienhöhle. Große Hallen werden durch kleine, unregelmäßige Gänge verbunden. Die ersten beiden großen Hallen des Höhlensystems, die jahrtausendelang zugänglich waren, wurden im Laufe der Zeit durch Ablagerungen teilweise verfüllt. Diese meterdicken Schichten enthielten unter anderem Höhlenbärenknochen, Fledermauskot, menschliche Überbleibsel aus Steinzeit und Bronzezeit sowie Frostbruch von der Höhlendecke. Die Sophienhöhle befindet sich am nordwestlichen Talrand des Ailsbachtals, unweit der Burg Rabenstein. Sie wird bereits seit 1922 als Schauhöhle betrieben.

Fränkische AlbDie größte und bekannteste Höhle der Fränkischen Schweiz ist die Teufelshöhle in Pottenstein, auch hier kann man steinerne Gewölbe, Ablagerungen an den Wänden und faszinierende Steingebilde bewundern. Eine besondere Attraktion ist das vollständige Skelett eines Riesenbären, das hier gefunden wurde. Über die Höhlenfunde hinaus werden die Gegebenheiten der Teufelshöhle auf vielfältige Weise genutzt. Bestimmte Atemwegserkrankungen können in der kühlen, mineralienhaltigen Höhlenluft kuriert werden, weshalb die Höhle auch als unterirdische Therapiestation genutzt wird. Kulturinteressierte dürfen die Teufelshöhle außerdem als eindrucksvollen Theatersaal für Konzert und Theater erleben. Die Teufelshöhle liegt nahe an der A 9 zwischen Nürnberg und Bayreuth und ist über die Abfahrt Pegnitz-Grafenwöhr zu erreichen.

Wer ein ganz uriges Höhlenerlebnis sucht, kann aber auch die Osterhöhle besichtigen. Bevor man sie bemerkt, sieht man die malerisch gelegene Waldschänke. Sie wurde an den Fels direkt unter dem Höhlenportal gebaut. Der Eingang zur Höhle befindet sich unter einem 9 m breiten und 12 m hohen Felsdach. Der ursprüngliche Zugang ist ein Schacht über den Eingangsportal. Nach dem Bau eines künstlichen Zugangs wurde er vergittert. Lediglich ein Einflug für Fledermäuse wurde freigelassen. Die Höhle ist sehr düster, was vor allem an den schwarz überzogenen Wänden liegt doch gerade diese Situation macht aus einem Besuch der Osterhöhle ein ganz besonderes Erlebnis.

Fränkische Alb Die Binghöhle hat noch zusätzliche Schätze zu bieten. Bei einer Grabung im Eingangsbereich der damals noch unbekannten Höhle wurden Spuren menschlicher Besiedlung wie Feuerstellen und Scherben gefunden. Außerdem eine große Anzahl Knochen von Wisent, Hirsch, Reh und anderen Tieren, allerdings keine Höhlenbärenknochen. Im Rahmen dieser Grabung im Jahr 1905 durch den Geheimen Kommerzienrat Ignaz Bing aus Nürnberg, wurde die Höhle entdeckt. Sie wurde ihm zu Ehren Binghöhle genannt. Besonders beeindruckend ist auch ein einzelner Stalagmit der mitten aus dem Führungsweg ragt, genannt die Riesensäule. Er besitzt eine außergewöhnliche Symmetrie und hat eine typische palmenstammartige Form.

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Oberpfalz

Die Oberpfalz ist nicht so reich mit Höhlen gesegnet wie die Fränkische Alb, dafür besitzt sie aber eine der schönsten Tropfsteinhöhlen von ganz Deutschland.

Die König-Otto-Tropfsteinhöhle  befindet sich am Ortseingang von St. Colomann in der Nähe von Velburg in der Oberpfalz. Sie erhielt ihren Namen, weil sie am Namenstag des bayrischen Königs Otto I., am 30.9.1895, entdeckt wurde. Nach der Sage spürte der Schäfer Peter Federl einem Fuchs nach. Als dieser im Berg verschwand folgte er ihm und landete in dieser Höhle, die ihn sicher schon bei der ersten Begegnung mit ihren Tropfsteingebilden verzauberte. Sie wurde unverzüglich für Besucher begehbar gemacht, vor allem durch Erweiterung von engen Passagen und Anlage eines Weges.

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Alpen

Auch im Hochgebirge finden sich einige imposante Höhlen, die faszinierende Naturschätze bergen und Besuchern zur Besichtigung offen stehen.

Fränkische AlbDas Gestein der  Sturmannshöhle wurde bei der Auffaltung der Alpen (Orogenese) um fast 90 Grad gekippt. Deshalb entstand die Höhle entlang einer annähernd senkrecht fallenden Schichtfuge. 

Der hintere Teil der Sturmannshöhle hat eine sackartige Form. Dadurch, und durch die sowieso niedrigeren Temperaturen in den Alpen, haben sich hier Reste eiszeitlicher Gletscher erhalten. Ein Eisrest von einigen Kubikmetern Volumen wurde auf seinen Polleninhalt untersucht, was ein Alter von ungefähr 20.000 Jahren ergab. Dies ist die Zeit der letzten Eiszeit, der Würm-Eiszeit.  Fränkische AlbVon der Sturmannshöhle handeln mehrere Sagen. Eine berichtet von einem Schatz, eine andere von Wilden Fräulein, die in der Höhle gehaust haben sollen. Der Name der Höhle geht wahrscheinlich auf das mittelhochdeutsche Wort Sturmatz zurück, das soviel wie Lärm oder Getöse heißt. Im Allgäu ist die Sturmannshöhle die einzige Höhle, die zur Besichtigung frei ist.

Fränkische Alb Die Wendelsteinhöhle ist durch ihre exponierte Lage wohl die außergewöhnlichste Schauhöhle Deutschlands. Sie durchzieht den Gipfel des Berges, und ist mit etwa 1700 Metern Höhe eine echte alpine Höhle. Sie befindet sich im fossilienreichen triassischen Wettersteinkalk, in den Höhlenwänden findet man herausgewitterte Fossilien. Der Wendelsteingipfel ist auf drei Wegen zu erreichen: mit der Seilbahn, der Zahnradbahn oder zu Fuß. Nimmt man eine der beiden Bahnen hat man lediglich zwei Minuten Fußweg zum Höhleneingang vor sich. Nach dem Einwurf eines Euros am Drehkreuz kann man sich frei in der Höhle bewegen. Den eigentlichen Höhlengang erreicht man durch einen künstlichen Eingangsstollen, 82 Stufen führen hinunter auf das Niveau des Hauptganges.

Der natürliche Eingang befindet sich am Fuß der Südostwand und ist steinschlaggefährdet. Doch er kann leicht vom Inneren der Höhle erreicht werden, vom Ende des Tunnels ist er lediglich 30m entfernt wenn man rechts abbiegt. Die Einganshalle ist mit ihrer Höhe von 17m recht beeindruckend, der Grund führt vom Ende des Weges steil hinauf zum nach Osten schauenden Höhlenportal. Fränkische AlbDoch viel interessanter noch ist die andere Richtung des Gangs. Dieser Gang ist stark bewettert und fast so kalt wie die Eingangshalle. Nach etwa 170m endet er im Dom. Trotz des Namens ist dies keine Halle, sondern der Kreuzungspunkt mehrerer Gänge. Dieser Höhlenteil besitzt eine Temperatur von 3°C.

Die Frage, weshalb in so großer Höhe eine Höhle entstehen konnte, ist verblüffend leicht zu beantworten: Sie ist nicht in dieser Höhe entstanden, sondern bereits in einem geologischen Zeitalter, als es noch keine Alpen gab. Erst während der Gesteinsverschiebungen, in denen sich das Hochgebirge herausbildete, ist sie in die Höhe verschoben worden.

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Texte z.T. mit freundlicher Unterstützung von Jochen Duckeck

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